Brunnenbau

Herstellung und Versetzen eines Trinkwasserbrunnens in Blaichach

Es ist schon fast Tradition: Im Verlauf des Schuljahrs schaffen die Schüler der Fachgruppe Naturwerksteinmechaniker im Rahmen einer Projektarbeit ein Objekt für eine öffentliche Einrichtung. Nach Brunnen für Innenhöfe in Eichstätt, einer Wasserstelle für den Friedhof in Dollnstein im Altmühltal und einer Applikation aus Dünnplatten für das Leinberger Gymnasium in Landshut, stand ein Trinkwasserbrunnen für das katholische Jugendhaus Elias in Blaichach bei Sonthofen im Allgäu auf dem Programm.

Die ausschlaggebende Idee entstammt dem Kontakt des, leider nur vorübergehend, in Eichstätt tätigen, (und mittlererweile verstorbenen), Berufsschullehrers Josef Kopolt und der Leitung des Jugendhauses unter Wolfgang Wirtensohn und Pfarrer Bernhard Waltner.

Im Zuge von Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen sollte im Foyer des Jugendhauses ein Trinkwasserbrunnen für vor Ort produziertes Granderwasser entstehen. Nach einem Entwurf der Innenarchitektin Ute Gross-Dobers planten die Berufsschullehrer Alfred Wrede und Wolfgang Eschenweck die Umsetzung als Unterrichtsprojekt. Die  Materialwahl fiel nahezu selbstverständlich auf den klassischen Jurakalkstein der Eichstätter Region.

Die verschiedenen Elemente des Brunnens boten gute Möglichkeiten typische Arbeiten aus den drei Ausbildungsrichtungen zusammenzuführen, sodass sowohl Schleiftechnik, Steinmetztechnik und Maschinenbearbeitungstechnik zum Zuge kamen und die beteiligten Schüler zeigen konnten, dass sie im dritten Ausbildungsjahr zu wahren Spezialisten herangereift wahren.

Im Rahmen eines engen Zeitfensters  verliefen sowohl die Produktion als auch die Versetzarbeiten parallel zum laufenden Unterricht während der letzten beiden Novemberwochen.

Zwei massive Stelen aus Krustenplatten wurden zugeschnitten, eingefalzt, oben abgerundet und schließlich satiniert. Die 65 mm starke Tischplatte wurde auf der Brückensäge Löffler TB 600 zugeschnitten, mit einem CNC gesteuerten Absenkfräser abgerundet und mit einem runden Beckenausschnitt versehen. Das runde, massive Becken produzierten die Schüler auch auf der TB 600 mit Hilfe des Profilprogramms. Dieses Element erhielt, ebenso wie der Tisch, eine satinierte Oberfläche.  Schließlich wurde selbst die Metallabteilung der Berufsschule für die Anpassung geeigneter Befestigungsstähle mit ins Boot genommen.

Pünktlich zum Baustellentermin wurden die Arbeiten abgeschlossen, sodass sich schließlich drei Schüler und zwei Lehrer zum Versetzen der Steine auf den Weg ins Allgäu machen konnten. Dort zeigten sich das Jugendhaus Elias von einer sehr gastfreundlichen Seite und die Betreiber sehr glücklich über das gewichtige Geschenk.

Zum Gelingen des Projekts trugen neben den engagierten Schülern auch die Firma Natursteinindustrie Johann Neumeyer & Brigl GmbH  Co. KG (Materialsponsor) sowie der Förderverein für moderne Natursteinausbildung (finanzielle Unterstützung) bei.

Wolfgang Eschenweck